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ADFC-Radreiseanalyse 2016: 11 Prozent mehr Radurlauber

| 30. März 2016

Unsere deutschen Nachbarn zählen zur größen Zielgruppe im Radtourismus. Wie der deutsche Radfahrer tickt wurde im Rahmen der ITB Berlin vom ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) präsentiert:

Radtourismus wird immer attraktiver. 4,5 Millionen der deutschen Bürger haben 2015 Radreisen mit insgesamt 31,5 Millionen Übernachtungen unternommen. Die Zahl der Übernachtungen erreicht damit etwa 10 Prozent vom Gesamt-Inlandstourismus. Die Anzahl der Radtouristen ist um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr (4 Millionen) gestiegen. Hinzu kommen rund 150 Millionen Tagesausflüge auf dem Rad.

Raimund Jennert, ADFC-Bundesvorstand Tourismus sagt: „Die große Mehrheit der Radtouristen will mit dem eigenen Rad unterwegs sein – und umweltfreundlich und komfortabel mit der Bahn anreisen. Das funktioniert aber häufig nicht, weil die Fahrradmitnahme-Kapazitäten im DB-Fernverkehr minimal oder gar nicht vorhanden sind. Auf vielen Strecken fehlen auch durchgehende Verbindungen. Mosel, Ostseeküste, Füssen und andere wichtige Urlaubsziele sind für Radreisende nur unzureichend mit der Bahn erreichbar, da sehen wir weiter Handlungsbedarf. Die Fernbus-Branche hat den Wettbewerbsvorteil Fahrradmitnahme längst erkannt und umgesetzt.“

4,7 Milliarden Euro Umsatz vor Ort
Legt man die älteren Umsatzzahlen zugrunde, die das Bundeswirtschaftsministerium 2007 erhoben hat, dann haben die Übernachtungsgäste 2015 etwa 2,3 Milliarden Euro für Unterkunft, Verpflegung sowie Kulturgenuss und die Tagesgäste etwa 2,4 Milliarden Euro ausgegeben. Die erhobenen Wirtschaftsdaten sind nach fast 10 Jahren allerdings veraltetet, weshalb der ADFC seit langem eine neue Grundlagenuntersuchung Radtourismus vom Bund fordert.

Pedelec-Anteil wächst
Ein Wachstumstreiber im Deutschlandtourismus ist die zunehmende Nutzung von Elektrorädern und Pedelecs. Ihr Anteil an den genutzten Reiserädern hat sich mit 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr verdoppelt (5,5 Prozent). Jennert: „Hügelige und bergige Regionen, wie die Mittelgebirge oder das Voralpenland, werden dadurch auch für normal oder weniger gut Trainierte erreichbare Ziele.“          

Flussradwege an der Spitze
Beliebtester Radfernweg in Deutschland ist zum 12. Mal der Elberadweg. Es folgen mit deutlichem Abstand Weser-Radweg und RuhrtalRadweg. Der Donauradweg wurde von den Teilnehmern der ADFC-Radreiseanalyse 2016 auf Rang 4 gewählt. Auf den weiteren Listenplätzen liegen Ostseeküsten-Radweg, Rheinradweg, Mosel-Radweg, MainRadweg, Bodensee-Radweg (neu unter den Top Ten) und der Ems-Radweg.

Löwenanteil bleibt in Deutschland
Für die Saison 2016 sind in Deutschland vor allem Radreisen entlang des Ostseeküsten Radwegs geplant – gefolgt von Bodensee-Radweg und Rheinradweg. Als ausländische Reiseziele liegen Österreich, Italien und Frankreich ganz vorn. Die überwältigende Mehrheit der Radreisenden (82 Prozent) will in Deutschland bleiben – deutlich mehr als im Tourismus insgesamt (24 Prozent).

Fotohinweis: ADFC/Marcus Gloger
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